Seit längerem interessiert mich die Frage, wie sich urbane Räume und Erfahrungen fotografisch darstellen lassen. Für meine aktuellen Erkundungen wähle ich dafür die Form des Spaziergangs. Langsam durchwandere ich Stadtgebiete, beobachte, verliere mich im Wechselspiel von Gedanken und Eindrücken. Ich fasse diese fotografischen Erkundungen unter dem Titel „Urban Walks“ zusammen.
Der Spaziergang ist eine Performance, eine nie eindeutige, nie vorhersehbare Versuchsanordnung, Methode und Ziel, Reise und Destination in einem. Diese Auflösung linearer Wege führt zu neuen fotografischen Erzählstrukturen, in denen unterschiedliche Bildräume und –typen gleichberechtigt nebeinander zu stehen kommen.
Verschiedenste Themen drängen dabei sich der Spaziergängerin auf – Städteplanung, Geschichte, Migration, wirtschaftliche Krise, das Wechselspiel von Natur und Kultur im städtischen Raum. Das Stadtlabyrinth ist voller Bilder, in denen sich Kräftelinien der Zivilisation überschneiden und verdichten. So wie sich Stadt in ihrem grossen architektonischen Gefüge lesen lässt, offenbaren sich in den Details eine Vielzahl von Geschichten, die durch den Kontext, den ich schaffe, erfahrbar werden. Die Fotografie fungiert dabei zugleich als Dokument und Erzählkeim.